Eine kleine Rittergeschichte für Kinder

Ritter Rotbarts spannende Abenteuer im Zauberwald

Vor langer Zeit gab es einmal einen Ritter namens Ritter Rotbart. Er nannte sich so wegen seines roten und langen Schnurrbarts, den er im Gesicht hatte. Dieser Bart kitzelte ständig seine Nase, sodass er andauernd niesen musste.

„Hatschi“, tönte es aus dem mächtigen Speisesaal der Burg Fidibus. Ritter Rotbart saß mit seiner Gemahlin, Burgfräulein Mathilde von Glitzer, gerade bei der Abendmalzeit, als ihn sein roter Schnurrbart wieder einmal in der Nase kitzelte.

„Gesundheit“, sagte Mathilde von Glitzer. „Du solltest dir den roten Bart endlich abschneiden. Dieses dauernde Niesen stört mich. Und die Leute nennen dich schon heimlich Ritter Hatschi, weil du immer niesen musst.“

Mit einem leichten Brummen grummelte Ritter Rotbart zurück: „Niemals. Ohne meinen roten Bart habe ich keinen böse klingenden Namen mehr. Und ein mutiger Ritter braucht selbstverständlich einen furchterregenden Namen“!

„Ach liebster“, seufzte Mathilda von Glitzer, „Dein richtiger Name ist Knut von Plattfuß, das weißt du doch. Du hast dir den Namen Rotbart selbst gegeben. Und böse klingt dieser Name überhaupt nicht“, lachte sie.

„Ach, was weißt du denn …“ knurrte Ritter Rotbart zurück „Ich gehe nun in den Zauberwald, um Burg Fidibus vor dem bösen Drachen zu beschützen. Ich bin schließlich ein Ritter. Bis später“. Und er verließ mit grimmigem Gesicht den Speisesaal.

 

kleine Rittergeschichte für Kinder
Ritter Rotbart zum Ausmalen

Er ließ sich seine Ritterrüstung anlegen und sein weißes Pferd Hoplahop satteln. Dann machte er sich auf den Weg.

Nach einem langen Ritt auf seinem Pferd Hoplahop erreichte Ritter Rotbart den Zauberwald. Die dicken Äste versperrten das Sonnenlicht, sodass es im Wald dunkel war. Viele seltsame Geräusche waren zu hören und Ritter Rotbart flüsterte zu seinem Pferd Hoplahop „Pssst, sei leise.“ Doch plötzlich ertönte ein lautes: „Hatschi“.

„Gesundheit! Es wird Zeit, dass dein roter Bart abgeschnitten wird“, wieherte Pferd Hoplahop. „Ach du hast doch keine Ahnung“, erwiderte Ritter Rotbart genervt. „Pass du lieber auf, dass ich dir deinen Schweif nicht abschneide, um mir daraus eine Perücke zu machen“. „Niiiiiieeehhh-maaaaahlllls“ wieherte Hoplahop zurück.

Auf einmal zuckten beide zusammen. In der Baumkrone über ihnen raschelte und bewegte sich etwas, sodass mehrere Blätter auf Ritter Rotbarts Kopf landeten.

„Was war das?“, flüsterte er ängstlich zu seinem Pferd. „Wahrscheinlich nur ein Vogel, du Angsthase“, sagte Hoplahop.

„Ich habe keine Angst. Ich bin ein mutiger Ritter. Ich glaube in der Baumkrone sitzt ein böser Drache“, entgegnete Ritter Rotbart seinem Pferd.

„Ein Drache? Ist klar“, lächelte Hoplahop zurück.

Aber Ritter Rotbart wäre kein echter Ritter, wenn er nicht todesmutig nachschauen würde. Er schüttelte also die Blätter von seinem Kopf, stieg ganz leise von seinem Pferd herab, schlich zum Baum und kletterte an dem dicken Baumstamm hoch. Als er nach dem mühsamen Klettern endlich die Baumkrone erreichte rief Ritter Rotbart laut und aufgeregt zu seinem Pferd: „Aufpassen! Hier oben sind Ha-haa-Haaatschi“ – und plötzlich flogen alle Blätter wild durch die Luft, sodass die Baumkrone völlig kahl war und außer Ästen nur ein zerzauster Ritter Rotbart und zwei kleine freche Eichhörnchen zu sehen waren.

Pferd Hoplahop sprang zuerst vor Schreck hoch und wieherte anschließend lachend umher: „Dahhs ist alsohhh ein Dracheeeehh. Duuuhh bist jaaahhh ein mutiger Ritter“. Auch die beiden Eichhörnchen piepsten laut vor Freude und sprangen auf Ritter Rotbarts Kopf herum.

„Geht weg. Lasst mich in Ruhe“ seufzte Ritter Rotbart und schob die frechen Eichhörnchen von seinem Kopf. Ich gehe lieber wieder zur Burg Fidibus, da macht sich keiner lustig über mich“.

Mit hochrotem Kopf stieg der Ritter von der Baumkrone herab, setzte ich auf sein Pferd Hoplahop und ritt in Windeseile zur Burg zurück. Dort angekommen wartete seine Gemahlin Mathilde von Glitzer bereits auf dem Burgplatz auf ihn.

„Was ist denn mit dir passiert? Wieso sind deine Haare und dein roter Bart so zerzaust?“ fragte sie besorgt.

„Ich ääähm“ stotterte Ritter Rotbart, „Ääähm, ich musste im Zauberwald gegen einen bösen, feuerspuckenden Drachen kämpfen. Dieser pustete so doll, dass mir die Haare und der rote Bart zu Berge stehen“, reimte er sich zusammen. Der Ritter wollte nicht zugeben, dass er sich vor den Eichhörnchen gefürchtet hatte. „Aber als der Drache meinen furchterregenden Bart gesehen hat, hat er es mit der Angst zu tun bekommen und ist weggeflogen.“

„Oh du mein Held, du bist ein so mutiger Ritter“, seufzte Mathilde von Glitzer. „Lass mich deine Haare Kämmen und den roten Bart stutzen. So schlecht finde ich ihn gar nicht mehr und du siehst jetzt wirklich furchterregend aus“ schmunzelte sie mit einem Lächeln. Sie wusste natürlich gleich was los war und dass ihr Gemahl nur flunkerte. Denn böse Drachen gibt es nicht wirklich.

Ritter Rotbart erwiderte stolz: „Das habe ich doch immer gesagt, dass mein Bart mich besonders furchterregend macht!“ und verließ mit erhobenen Haupt, zusammen mit seiner Gemahlin Mathilde von Glitzer, den Burgplatz.

Während Pferd Hoplahop vor lauter Lachen wieherte, ertönte aus der Ferne ein lautes „Haaaatschi“.

Gesundheit!

Und die Moral von der Geschicht?
Böse Drachen gibt es nicht!


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